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Diagnose
BLUTHOCHDRUCK - 
was nun?

Du hast gerade die Diagnose Bluthochdruck erhalten? Oder du erinnerst du dich daran, wie du dich damals gefühlt hast? 


Bluthochdruck  bzw. Hypertonie gehört zu den am häufigsten gestellten Diagnosen.
Du bist also nicht alleine.

Bluthochdruck tut nicht weh und verursacht zu Beginn auch kaum Beschwerden. Und wenn, dann solche die man leicht einer anderen Ursache zuordnen möchte. Nimm die Diagnose ernst. Du brauchst deswegen keine Panik oder eine depressive Verstimmung zu bekommen. Wird ein zu hoher Blutdruck konsequent behandelt und gesenkt, treten Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz deutlich weniger häufig auf als bei unbehandeltem Bluthochdruck.

Ein essenzieller Bluthochdruck lässt sich gut mit Änderungen des Lebensstils und blutdrucksenkenden Medikamenten behandeln. Bei einem Großteil der Patienten ist es notwendig beide Methoden gemeinsam einzusetzen.

Bewegung, Ernährung, Stress etc.

 

Bei leichter oder mittlerer Hypertonie ist es möglich durch Ausschalten oder Vermindern deiner Risikofaktoren den Blutdruck zu senken. Dazu ist es notwendig, dass du tatkräftig deinen Lebensstil änderst. Wir wissen, das ist nicht immer einfach und möglich. 
 

Du solltest dich fett- und kohlehydratarm ernähren, viel Obst und Gemüse zu dir nehmen, den Kochsalzverbrauch einschränken und mit dem Rauchen aufhören. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme von zentraler Bedeutung. Schon bei einer Gewichtsreduktion um fünf bis zehn Kilogramm sinkt der Blutdruck um etwa zehn mmHg. Gelingt es stark Übergewichtigen, zehn bis 15 Kilo abzunehmen, fällt der Blutdruck sogar um 15 bis zu 20 mmHg, was der Wirkung eines potenten blutdrucksenkenden Medikamentes entspricht! Ein weiterer Pfeiler ist regelmäßige Bewegung, insbesondere Ausdauersport. Stressreduktion und aktives Stressmanagement mit Erholungspausen ergänzen diese Maßnahmen ideal.

Die ESC, European Society of Cardiology,

empfiehlt in ihren Leitlinien:

 

Folgende Empfehlungen haben laut ESC den Empfehlunggrad I, entsprechend der Evidenz und allgemeiner Übereinkunft, dass eine Therapieform effektiv, nützlich oder heilsam ist.
 

  • Einschränkung der Kochsalzzufuhr auf 5-6g pro Tag 

  • Beschränkung des Alkoholkonsums auf nicht mehr als 20-30g pro Tag bei Männern und nicht mehr als 10-20g pro Tag bei Frauen

  • Erhöhter Konsum von Gemüsen, Früchten und Milchprodukten mit niedrigem Fettgehalt

  • Eine Gewichtsreduktion auf einen BMI von 25 kg/m2 und einem Taillenumfang von <102 cm bei Männern und < 88cm bei Frauen, falls keine Kontraindikation vorliegt

  • Regelmäßige Bewegung, zB moderates dynamisches Training, für mindestens 30 Minuten an 5 bis 7 Tagen pro Woche

  • Das Rauchen beenden

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Diese Lebensstiländerungen empfiehlt die ESC, European Society of Cardiology, in ihren Leitlinien für alle Patienten ab einem hochnormalen Blutdruck bis zu Hypertonie Grad 3,  gegebenenfalls in Kombination mit einer medikamentösen Therapie abhängig von bestehenden Risikofaktoren wie zB Diabetes, kardiovaskulärer oder Nieren-Erkrankungen.

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Medikamente

 

Reicht eine Lebensstil-Modifikation nicht aus, um den Blutdruck ausreichend zu senken, kommen Medikamente zum Einsatz. Es werden Arzneimittel unterschiedlicher Substanzklassen, auch in Kombinationen, eingesetzt: Diuretika, Betablocker, Kalziumantagonisten,  ACE-Hemmer, AT1-Blocker und andere. Diese sind in  klinischen Untersuchungen über viele Jahre erprobt. Trotzdem kann es individuell zu Nebenwirkungen kommen. Da sich der Körper an den höheren Blutdruck gewöhnt hat, kann aber auch der nun niedrigere Blutdruck zu Müdigkeit und leichtem Schwindel führen. Dies vergeht aber wieder, sobald sich der Körper an den normalen Blutdruck gewöhnt hat.

Wichtig zu beachten

 

  • Achte auf einen gesunden, blutdrucksenkenden und blutdruckfreundlichen Lebensstil.
    Damit kannst du deinen Ihren Blutdruck möglichst tief halten.

  • Nimm die verordneten Medikamente nach Vorschrift ein.

  • Ändere die Dosierung und Einnahme nicht auf eigene Faust.

  • Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, wenn du die Medikamente nicht gut verträgst.
    Höre nicht mit der Einnahme auf!

  • Gehe regelmäßig zu medizinischen Kontrollen und mach die dir empfohlenen Untersuchungen.

  • Kontrolliere regelmäßig und korrekt deinen Blutdruck selbst und halte die Werte fest.

 

Wenn du die Maßnahmen
für ein blutdruckfreundliches Leben beherzigst,
kannst du alles tun, was du willst!